3xschwarz 2022 rdga

RDGA 2022

… oder einmal ans Mittelmeer.

Nach dem Trip an die Nordsee lag es auch eigentlich auf der Hand, den zweiten Trip ans Mittelmeer zu machen, mit schönen Bergen und Kurven dazwischen 🙂
Diverse Reiseberichte im Forum haben mich neugierig auf die Route des Grandes Alpes (RDGA) gemacht.

Da wir bisher nur direkt mal Mopedurlaub in der Provence gemacht haben mit Auto & Hänger, sollte diese Tour direkt von zuhause mit den Motorrädern starten, auch wenn es knapp zwei Tage Anfahrt sind fast ohne Autobahn (nur ein bissel zu den Vogesen), bis zum Eingangstor der RDGA bei Thonon-les-Bains.

Tag 01

Los geht es Mitte September: etwas Autobahn um schnell in die Vogesen zu kommen. Dort sind wir dann die typischen Pässe Col Champ du Feu | Col de Steige| Grand Ballon auf der Route des Crêtes abgefahren.

In Cernay wollten wir tanken, aber an diesem Sonntag sah es schlecht aus. Tankstellen außer Betrieb oder hatten kein Sprit mehr.
So sind wir noch etwas die Route weitergefahren in der Hoffnung auf ne Tanke bei irgendeinem Marche.

Parallel schauten wir nach einer Übernachtungsmöglichkeit und auf dem Weg lag auch etwas. Die Übernachtung in der Auberge Du Tisserand (G-Maps) war ein kompletter Fehlgriff. Irgendwas muss dort schief gelaufen sein, die Bewertungen sind zwar ziemlich positiv und das Essen war in Ordnung, aber das Zimmer war übel. Am besten vermeiden. Kein schöner Start aber es kann ja nur noch besser werden.

Tag 02

Uncool war, dass es am Morgen in der Auberge am nächsten Morgen kein Frühstück gab. Begründung: Sie hätten Ruhetag. So denn, auf zum Intermarché im Nachbarort. Tanken und Frühstück organisieren und am besten abhaken.

Weiter ging es auf der geplanten Route über das schweizerische Jura. Sehr schön zu fahren, leere Straßen, mit gemütlichen Kurven.

Bei Sainte-Croix ging es hinunter in die Ebene, südlich des Neuenburger Sees.

Über Moudon weiter nach Montreux am Genfer See.

Auf der Suche nach einer Übernachtungsmöglichkeit sind wir auf das Les Chemins du Léman (G-Maps) gestossen. Das liegt in einem kleinen Bergdorf Novel, welches nur über eine kleine Bergstraße erreichbar ist am südlichen Ufer des Genfer Sees.

Dort wurden wir ganz nett von der Gastgeberin empfangen, welche ebenfalls Motorradfahrerin ist. Anscheinend verirren sich nur wenige Mopedfahrer dorthin. Das ist auf jedenfall eine Nächtigung wert. Essen war auch super

Tag 03 

Heute geht es richtig los.
Nach einem guten Frühstück wurden die Mopeds gesattelt und gestartet.
Erst noch am Genfer See entlang Richtung Thonon-Les-Bains.

Bei Thonon sind wir dann auf D902 eingeschwenkt und los ging es mit dem kurvigen Vergnügen.
Durch das anfängliche Tal konnten wir uns gemütlich einschwingen und die ersten Cols wurden “erfahren”.

Col des Gets
Col de la Colombiere
Col de Saint-Jean-de-Sixt
Col des Aravis

Col des Saises
Col de Meraillet

Das Blau des Stausees Lac de Roselend ist echt der Hammer.
Cormet des Roselend

Wow, welch ein Kurvenrausch und vor allem die ganzen bildlichen Eindrücke. Das fängt super an!

Das Tagesende haben wir in der La Petite Auberge (G-Maps) bei Bourge-Saint-Maurice begangen. Nette Unterkunft, ruhig gelegen und leckeres Essen.

Tag 04

Der nächste Morgen begrüßte uns mit starkem Regen. Das ist natürlich hässlich, zumal an diesem Tag die höchste Passstraße mit dem Col de l’Iseran anstand. Hektisch wurde das Smartphone gezückt und das Regenradar gecheckt. Es sah danach aus, dass der Regen im Laufe des Vormittags weiterzieht. Um 10:00Uhr sind wir dann bei leichtem Regen los. Noch bei der Auffahrt zum Hochtal von Val-d’Isère hörte zum Glück der Regen ganz auf. Doch es war ziemlich frisch.

Oben auf dem Col de l’Iseran angekommen, war ein ziemliches Gedränge um das Schild für das obligatorische Passfoto. Mit etwas Geduld kam ich auch noch an die Reihe

Die Wolken hingen noch in den Gipfeln, dennoch war die Sicht nicht schlecht und vor allem, mega beeindruckend!

Dann ging es schon wieder bergab – wunderbar diese kurvenreiche Streckenführung.
Entspannt ging es durch das Tal an der Arc. Das Wetter besserte sich und die Sonne kam teilweise heraus.

Kleiner Stopp mit Dampferpause und Blick auf Fort Charles-Félix.

Bei Saint-Martin-d’Arc ging es wieder hinauf zum Col du Telegraph, wo wir auch unser Mittagsvesper gemacht haben.

Nach der Pause ging es weiter in Richtung Col du Galibier.

Oben auf dem Pass angekommen, ging ein kalter Wind und die Wolken hingen tief. Kein Ort, um länger als für das Foto zu verweilen.

Die Weiterfahrt zum Col du Lautaret bescherte immer wieder herrliche Landschaften.

Bei Briançon ging es wieder auf Hotelsuche. Hier haben wir uns für das Hotel Alpis Cottia (G-Maps) in Montgenèvre entschieden, welches gleich noch mit einer kleinen Passauffahrt verbunden werden konnte.

Tag 05

Heute mussten wir wieder zurück nach Briançon, um auf die Strecke zum nächsten Highlight zu kommen, dem Col d’Izoard.

Fort des Trois Têtes Briançon im morgendlichen Sonnenschein.

Die Auffahrt zum Col d’Izoard machte richtig Laune.

Die Landschaft nach dem Izoard, die “Casse Déserte” ist der Hammer! Eine Art Mini-Wüste im Gebirge

Im Anschluss ging es durch die malerische Schlucht Combe du Queyras.

Bei Guillestre ging es wieder hoch, zum Col de Vars. Ebenfalls super schön zu fahren.

Unterhalb von Fort de Tournoux fand sich ein schöner Platz für die Mittagspause.

Nach einer kurzen Fahrt im Tal nach Jausiers standen Col de Restefond, Col de la Bonette und Col de Raspaillon auf dem Plan.

Die Straße windet sich immer höher an den Bergen entlang.

Das Gehirn war kaum in der Lage, all diese Eindrücke zu verarbeiten, welche die Netzhaut übermittelte.

Zumal man hochkonzentriert sein sollte, um nicht den Abflug zu machen.
Oben am Pass des Col de la Bonette angekommen sind wir auf die Ringstraße zum höchsten Punkt abgebogen.

Das Bergpanorama, welches sich von hier bietet, ist kaum beschreibbar. Selbst die Bilder werden dem absolut nicht gerecht. Es war frisch hier oben, aber die Sonne schien.

Danach schraubte sich die Straße langsam wieder via Col de Raspaillon nach unten.

Je tiefer wir in das Tal von Tinée kamen, um so wärmer wurde es. Auf einmal waren es knapp 27°C.

Nach einigen Kilometern in dem kurvigen Tal ging es links ab wieder hoch nach Valdeblore.

In La Bolline nutzten wir das nette Hotel de Valdeblore (G-Maps) zur Erholung nach dieser beeindruckenden Tagestour, welche uns total geflasht hat. Nach und nach trafen ein Reihe Mopedfahrer ein. Die Wirtin war verdutzt, woher die ganzen deutschen Kuhtreiber kamen und ich erklärte ihr, dass jetzt die beste Zeit für die Tour ist, da die Sommerferien in FR und DE vorbei sind

Tag 06

Frisch gestärkt ging es am nächsten Morgen los. Das erste Zwischenziel war schnell erreicht: Col Saint-Martin.

Nach dem Col Saint-Martin ging es hinab zum Dorf Saint-Martin-Vésubie. Dort hat sich im Oktober 2020 ein schwerer Murenabgang ereignet. Die immer noch stattfindenden Aufräumarbeiten waren nicht zu übersehen. Die Naturgewalten können heftig sein.

Die Auffahrt zum Col de Turini ist sagenhaft! Auch hier ein großes Lob an die franz. Straßenbauer für diese Streckenführung 🙂

Im unteren Abschnitt der Abfahrt war ein größerer Abschnitt frisch gesplittet. Hier war Vorsicht angesagt.

Über die kleineren Cols, Col d’Erc und Col de Castillion, ging es in Richtung Menton am Mittelmeer. Das südliche Ende der Route des Grandes Alpes.

In Menton zeigte das Thermometer am Moped 30°C an und langsam quälten wir uns durch den Verkehr in Richtung Uferpromenade.

Irgendwie total krass, welche “Temperaturzonen” man innerhalb weniger hundert Kilometer durchquert.
Nach riesigen Alpenpässen steht man auf einmal am Meer. Salz liegt in der Luft, die Möwen ziehen vorbei und die Sonne brutzelt.
Strandstimmung kommt auf.

Da es gerade um die Mittagszeit ist, beschlossen wir einfach da zu bleiben. Kurze Suche im Netz und wir fanden eine Unterkunft, die witzigerweise direkt hinter uns war. Diese war zwar nicht günstig, aber scheiß drauf, wir hatten Urlaub.
Im Hotel Riva (G-Maps) bemühte sich der Chef, dass wir gleich ein Zimmer beziehen konnten und nicht erst bis um 15:00Uhr warten mussten.
Vom 5. Stock aus genossen wir erstmal den Meerblick.

Danach noch flux in die Badehose und am späten Nachmittag noch ein wenig am Strand gelegen.
Was ein Kontrastprogramm.

Natürlich wurde der Abend bei leckerem Essen und Bier an der Promenade stilgerecht beendet.

Tag 07

Ab heute geht es wieder gen Norden. Menton verließen wir in Richtung La Turbie mit Col d’Eze und Col des Quatre Chemins. Es gab auch einen Blick hinunter nach Monaco.

Über kleine Straßen umfuhren wir Nizza und fuhren wieder in Richtung Tal von Tinée.

Bei Saint-Sauveur-sur-Tinée bogen wir links ab. Die Strecke über Col de la Couillole

=> Col de Ste-Anne => Col de Valberg

=> Col de la Cayolle bot jede Menge Fahrspaß und beeindruckende Landschaften.

Bei Barcelonette kehrten wir am Berg in das Tourenfahrerhotel Chalet Hôtel Les Blancs (G-Maps) ein. Auch hier alle total freundlich, Zimmer sauber und Essen einwandfrei.
Hinter dem Haus war der Mopedparkplatz, welcher am Abend eher einem “Quhstall” glich

Tag 08

Heute wurden Col de Vars, Col d’Izoard, Col du Lautaret, Col du Galibier, Col du Telegraph von der anderen Seite angefahren. Da haben sich wieder ganz andere Blickwinkel ergeben, sowie Kurven satt.

In Montaimont sind wir im Le Beauséjour (G-Maps) freundlichst von dem Besitzerpaar aufgenommen worden.

 

Da noch etwas Zeit war, habe ich mich nochmal in den Sattel geschwungen und bin eine Schleife über Lacets de Montvernier (G-Maps) und den Col du Chaussy gefahren.

 

Ich weiß nicht, weshalb die Straße, welche direkt am Berg klebt und quasi senkrecht hochgeht, gebaut wurde, bin aber über diese bauliche Leistung dankbar 🙂 Super genial!

Richtung Col du Chaussy haben sich noch ein paar schöne Panoramen geboten.

Ein wunderschöner Tag neigt sich dem Ende zu.

Tag 09

Heute verlassen wir die franz. Alpen schnief.
Gleich morgens war quasi zum Abschied der Col de la Madeleine dran.

Hier bot sich ein wunderbarer Blick rüber zum Mont Blanc.

Weiter gehts Richtung Lac d’Annecy über Col de Tamie und Col de la Forclaz de Montmin.
Annecy umfahren wir in Richtung franz. Jura.

Dort sind wir auf fast menschenleeren Straßen unterwegs und geniessen auch den dortigen Kurvenswing.

Auf der Hochebene finden wir in dem kleinen Dorf Longcochon die Auberge Loisirs Le Sillet (G-Maps). Die Auberge ist gleichzeitig auch ein Reiterhof mit jede Menge anderen Tieren. Auch hier eine rustikale, saubere Unterkunft mit leckerem Essen.

Tag 10

Am nächsten Morgen hieß es Abschied nehmen von dem Fohlen

dem “Evil-Bock”

und dem Hofhund.

Danach wechselte die Route des öfteren die Grenze zwischen Frankreich und der Schweiz.

Mittagspause an der Le Doubs.

Teeni-Frosch im Gras.

Danach ging es recht unspektakulär in Richtung Rheinebene nach Niederweiler ins Gasthaus Warteck (G-Maps).

Tag 11

Die Heimfahrt erfolgte über den Schwarzwald.
Nach dieser wundervollen Tour durch die franz. Alpen machte es dort wenig Spaß. Überall Schilderwald, jede Menge Verkehr. Das waren wir gar nicht mehr gewohnt. Darum gibt es auch keine Bilder.

Zum Abschluss ein paar Fotosouvenirs vom Col d’Izoard. Dort waren einige Kurven-Paparazzis am Start, welche für schöne Andenken an diese besondere Tour gesorgt haben

P.S. wie ich im Nachgang in einem Reisebericht gelesen habe, gibt es einen dedizierten Start- und Endpunkt der RDGA. Mist, das wusste ich nicht! D.h. wir müssen die Route nochmal fahren 😀

Wie gehabt, noch etwas Statistik:

Gefahrener Track

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