…oder einmal an die Nordsee.
Für den Juni waren die belgischen Ardennen geplant. Während der Planung kam der Gedanke auf, doch einfach eine Rundtour durch Belgien zu machen und dabei einen Abstecher zur Nordsee zu machen.
Geplant wurde nur die Route, Hotels wurden spontan unterwegs gesucht.
Tag 01
Über die Hunsrückhöhenstraße ging es an die Mosel und bei Piesport in Eifel.
Kleine Strässchen fahrend über Gerolstein bis zum Rursee, wo wir in der Schmidter Bauernstube (Nideggen) (G-Maps) eine Unterkunft fanden.
Den Tag ließen wir mit einem Spaziergang und Blick auf den Rursee ausklingen.
Tag 02
Bei Simmerath gibt es allerlei Panzersperren des ehemaligen Westwalls zu sehen.
Kühe sind immer so lustig neugierig.
Danach ging es über das Hohe Venn in Richtung Malmedy => Rennstrecke von Spa bis nach Courtil.
Allerlei neugieriges Rindvieh gab es ebenfalls zu sehen.
In vielen Orten finden sich Gedenkstätten und Kriegsmaterial aus dem 1. Weltkrieg.
Übernachtet haben wir dann im Hotel Saint-Martin (G-Maps). Dort haben wir uns ein leckeres Menü gegönnt… 
… während draußen auf der Wiese Bambi vorbei lief.
Tag 03
Der nächste Tag fing schon sehr trübe an und es hat auch getröpfelt.
Über Wibrin, wo ein zerstörter M4 Panzer vor einer Kirche steht,
ging es nach La Roche-en-Ardenne.
Leider ging das Tröpfeln nun in Regen über, welcher immer stärker wurde. In Durbuy hat es dann nur noch so geschüttet, dass ein Weiterfahren keinen Sinn mehr machte.
Nach etwas Suche sind wir in das Hotel La Passerelle (G-Maps) eingekehrt, welches schön ruhig an einem Flüsschen liegt und wir haben hier abgespannt.
Am späten Nachmittag/frühen Abend hat der Regen dann endlich aufgehört und bei einem kleinen Spaziergang konnten wir die Umgebung betrachten.
Mobile Melkstation auf einer Weide gegenüber der Unterkunft – die Kühe sind alle hinmarschiert und haben förmlich reingedrängt.
Prost 🙂
Tag 04
Endlich wieder gutes Wetter. So ging es über Han-sur-Lesse => Houyet nach Dinant.
Beeindruckende Kathedrale von Dinant.
Blick an der Uferpromenade von Dinant.
Pause irgendwo im nirgendwo.
Im Anschluss etwas an der Maas entlang gefahren und wieder über kleine Straßen bis zur Gedenkstätte der Schlacht von Waterloo (Napoleon).
Auf einmal war die Höchstgeschwindigkeit statt 90km/h auf der Landstraße nur noch 70km/h!
Wie ich herausgefunden habe, liegt es daran, dass Belgien zweigeteilt ist: der wallonische Teil im Süden und der flämische Teil im Norden. Und in Flandern ist es politisch ziemlich “grün”, daher diese rabiate Absenkung der Höchstgeschwindigkeit. Teilweise sind die dort auch krass unterwegs: wenn zwei Orte nicht weit auseinander liegen, so 1-2km, dann behalten die dazwischen die 50km/h bei.
Über Enghien endete der Tag bei Ninove im Hotel De Kalvaar (G-Maps).
Tag 05
Bei der Planung haben mich ausnahmsweise auch Sehenswürdigkeiten in Städte angemacht und so wollte ich unbedingt das Wasserschloss Gravensteen in Gent sehen.
Dumme Idee. Alleine die Fahrt vom Stadtrand bis zur Stadtmitte hat über eine dreiviertel Stunde gedauert. Grüne Welle gibt es hier nicht. Dazu war dann die Gegend um das Schloss für den motorisierten Verkehr gesperrt, also zu Fuß die letzten Meter zurückgelegt.
Die Kleinen sind unterhalb der Burg gewatschelt.
Naja, immerhin ist die Wasserburg ganz hübsch, dennoch haben wir uns schnell wieder verdrückt. Danach habe ich die restlichen Städte von der Tour gestrichen. Wir sind eh nicht so die Sightseeingtypen.
Das ganze 30, 50, 70 Gezuckel ging mir auf die Nerven, zumal die Straßen eben und ziemlich geradeaus sind. So habe ich mich entschlossen, die geplante Route zu ändern und wir sind auf die Autobahn gefahren, um das letzte Stück bis zur Nordsee schnell hinter uns zu bringen.
Zwischen Blankenberge und Ostende haben wir Mittagsvesper am Strand gemacht und die schöne Atmosphäre an der Nordsee genossen.
Fort Napoleon bei Ostende.
Bauboom am Hafen von Ostende.
Anschließend ging die Fahrt weiter durch Ostende bis nach Ypern. Dort sind wir in den Kasteelhof ’t Hooghe (G-Maps) eingekehrt.
Rings um Ypern hat der 1. Weltkrieg heftig getobt und so sind jede Menge Soldatenfriedhöfe zu sehen.
Bei der Unterkunft selbst ist eine Mini-Freilichtmuseum, welches noch Schützengräber beinhaltet sowie die Wellen im Boden, welche durch den massiven Granatbeschuss entstanden sind. Grausam, was sich Menschen antun können.
Abendstimmung über Ypern.
Tag 06
Heute viel fahren, wenig Bilder. Um schnell wieder nach Wallonien (90km/h!) zu kommen, wurden die Städte Kortrijk und Tournai auf der Autobahn umfahren. Dann ging es durch Frankreich (Parc naturel régional Scarpe-Escaut, Parc naturel régional de l’Avesnois) in Richtung Naturpark Ardennen.
Übernachtet haben wir im L’Authentik (G-Maps) in Treignes.
In der Nähe gibt es einen ziemlich verlassenen Bahnhof und im Wald/Gebüsch haben wir noch ne vermodernde Lok entdeckt – das war spannend.
Tag 07
Am nächsten Tag war wieder schöne Ardennen-Kurvenswing angesagt.
Via Hargienes => Monthermé => Bouillon
=> Meix-devant-Virton => Saint-Hubert .
Auffällig in Belgien sind diese riesige muskelbepackte Kühe: weiß blaue Belgier.
Nennt man wohl auch “Doppellender”. Die Kehrseite der Medaille ist, dass die Mutterkühe meist ihre Kälber nicht auf natürlichem Wege zur Welt bringen können, sondern nur mit einer Art “Kaiserschnitt”.
Hier freut sich das Schwein.
=> Clervaux (Luxemburg)
An diesem Sonntag hatten wir ein Problem, eine passende Unterkunft mit geöffnetem Restaurant zu finden. Schließlich sind wir im Hotel Reiff (G-Maps) gelandet. Nicht perfekt aufgrund der Durchgangsstraße, aber für eine Nacht voll in Ordnung.
Tag 08
Heimfahrt steht an. Am Fluss Our entlang nach Vianden
=> dann über Eifel => Hunsrück nachhause.
Waren schöne abwechslungs- und erfahrungsreiche Tage mit knapp 1900 zurückgelegten Kilometern.
Generell war die Gastfreundlichkeit in allen Unterkünften sehr groß, das Essen, wie auch die verschiedenen Biersorten, waren überall sehr lecker.
Höhenprofil
Gefahrene Strecke

































































































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