Diese Tour sollte in die Ardeche und Cevennen gehen. Bei der Planung kamen noch der Pilat, Vercors und das Jura hinzu.
Aus privaten Gründen bin ich die Tour alleine gestartet. Das erste Mal für mich, alleine auf dem Motorrad unterwegs zu sein. Eine sehr interessante Erfahrung.
Tag 01
Gestartet bin ich Mitte Juni morgens, um schnell die erste Etappe auf der A35 im Elsaß hinter mich zu bringen.
Es wurde unterwegs im Rheintal ziemlich schnell warm und gegen Mittag waren es schon um die 30°C.
Dann ging es auf die A36. Geplant war eigentlich, vor Besancon runter zu fahren und über die westlichen Jura-Ausläufer weiter gen Süden zu fahren.
War mir etwas unsicher, wie ich das zeitlich schaffe, ob ich irgendwo länger benötige oder was auch immmer vielleicht dazwischen kommt und so habe ich mich spontan dazu entschieden, die Autobahn weiter zu fahren, A39 Richtung Lyon.
Im Nachhinein ein Fehler. Im Rhonetal war ein heftiger böiger Wind und bei der Wärme irgendwie auch kein Spaß so monoton die Strecke runterzureißen.
Hinter Bourg-en-Bresse habe ich am späten Nachmittag entschieden anzuhalten.
Bei Poncin habe ich über Booking ein nettes kleines Hotel gefunden, Hotel De La Croisee (G-Maps). Personal sehr freundlich, Zimmer OK und sauber.
Die Quh konnte 4 Gehminuten entfernt sicher untergestellt werden.
Prost.
Nach dem Essen noch ein wenig spazieren gehen und das Dörfchen betrachten.
Tourverlauf Tag 01
Tag 02
Heute habe ich auf dem “Landweg”, keine AB, Lyon umfahren, um dann bei Vienne in den Naturpark Pilat das Kurvenvernügen zu starten.
Die ersten kleinen Cols waren gleich erfahren (Col de Chassenoud , Col de Grenouze, Col de Pavezin, Croix de Montvieux, Collet de Doizieux). Landschaftlich hat es mich hier sehr an die Vogesen erinnert.
Der größte Col ist dort der Col de l’œillon. Von dort hat man eine gute Aussicht ins Rhonetal bis zu den Alpen, wenn es nicht so diesig wäre.
Danach ging es über den Col de la Croix de Chaubouret zum Col de la République.
So langsam steigt das Kurvenvernügen und schon war der Naturpark Ardeche erreicht.
Über Col du Buisson und Col de Brun ging es nach Saint-Agrève. Im Anschluss ein wenig die D120 gefolgt, um dann wieder abzubiegen Richtung Col de la Scie.
Kleines schönes Sträßchen, welches sich die Berge hochschraubt mit den ersten tollen Ausblicke auf den Naturpark Ardeche.
Unterkunft für diesen Tag habe ich in der Nähe von Les Estables gefunden, im Gasthof Le Francillon (G-Maps). Super ruhig, mitten in der Landschaft gelegen, ein uraltes umfunktionierter Bauernhof. Dort wurde ich freundlich empfangen und auch hier hat die Quh Unterschlupf gefunden.
Es war auch eine kleine Gruppe Radfahrer aus Luxemburg anwesend, die hier etwas Fahrrad-Urlaub gemacht haben. Darunter waren ebenso Mopedfahrer und da die gut deutsch sprechen konnten, war es ein lustiger Abend mit genügend Hauswein.
Das Abendmenü, wie auch das Frühstück waren mega lecker.
Tourverlauf Tag 02
Tag 03
Am nächsten Morgen ging es in Richtung Col de l’Ardéchoise über Lac de Saint-Martial zum Mont Gerbier-de-Jonc (G-Maps).
Kurvenspaß am Morgen vertreibt Kummer und Sorgen 😀
Der Mont Gerbier ist ein sehr markanter Berg, sieht ein bissel aus wie ein umgedrehter Eierbecher und ist ein erloschener Vulkankegel aus Phonolithgestein (Wikipedia). Hier findet sich auch die Quelle der Loire.
Weiter ging es über den Col du Pranlet zur Wasserfallkaskade Cascade du Ray Pic (G-Maps), welcher durch eine Basaltformation in die Tiefe stürzt (Wikipedia).
Bei Pont-de-Labeaume wurde die Ardeche überquert um danach über Jaujac und Col de la Croix Millet Richtung Vallon-du-Pont-d’Arc und zum Eingang der Ardecheschlucht zu fahren.
Das erste Highlight der Ardecheschlucht ist das steinerne Tor Pont d’Arc (G-Maps) Ardeche (Wikipedia).
Die Strasse führt oberhalb der Schlucht gut ausgebaut und schön kurvig mit herrlichen Ausblicken in die Schlucht. Hinter fast jeder Biegung hätte ich anhalten können, um Bilder zu machen.
Kleopatra-Falter / Mittelmeer Zitronenfalter
Einmal stand auch eine wilde Ziegenherde auf und neben der Fahrbahn.
Die 35km vergingen wie im Flug. Am Ende der Schlucht noch zwei Mopedfahrer getroffen aus Simmern und Bad Kreuznach. Nach dem kurzen Pfalztreffen in der Ardeche ging es weiter zurück Richtung Berge.
In der Nähe von Les Vans habe ich mich nach einer Unterkunft umgeschaut. Da es sehr warm war mit knapp 32°C, hat das Hôtel le Mas de l’Espaire (G-Maps) mit Pool gelockt. So konnte der Tag ausgeklungen werden.
Tourverlauf Tag 03
Tag 04
Dieser Tag hatte es in sich 🙂
Die Tour ging frisch gestärkt los zum Lac de Villefort (G-Maps). Gleich zu Anfang wieder ein wunderbares Kurvenvergnügen.
Am Lac de Villefort die erste Dampferpause eingelegt.
Anschliessend ging es kurvig weiter, am Château de Castanet (G-Maps) und Château du Champ (G-Maps) vorbei
über Col de Finiels (13,5°C nach einem kurzen Schauer) in den Naturpark Cevennen, nach Le Pont-de-Montvert (G-Maps) am Fluss Tarn.
Die Strasse folgt weiter mit feinen Kurven der Tarn bis nach Florac. Dort erklimme ich das Hochplateau mit dem Col de Pierre Plate.
Da sind die Temperaturen wieder super angenehm. Eine tolle hügelige Graslandschaft erwartet einen dort.
Bei Montbrun eröffnete sich der Blick in die Tarnschlucht. Sagenhaft.
Wieder ein paar Ziegen unterwegs.
Ich fuhr nach unten und folgte einer Weile der Tarn um dann wieder auf das Hochplateau zu fahren zum Col de Coperlac. Dazwischen gab es noch einen Panoramapunkt, Le Saltadou : Panorama du cirque de Saint Chély du Tarn (G-Maps).
Bei La Malène schraubte ich mich wieder in die Tarnschlucht hinab um der Straße an der Tarn entlang zu folgen. Es war herrlich leer, so gut wie kein Verkehr.
Bei Les Vignes verließ ich kurz die Schlucht um die ca. 12km zu einem Aussichtspunkt (G-Maps) zu fahren, von dem man einen tollen Blick in die Tarnschlucht hat.
War schon beeindruckend, noch beeindruckender waren die Riesenvögel, welche sich als Geier herausstellten. Krass, wie die Geier da herum segeln.
Auf dem Rückweg nach unten in die Tarnschlucht, ist in der letzten Kehre ein Malheur passiert. Richtig erklären kann ich es mir nicht, entweder war da ne heftige Spurrille oder wie fast überall, Split, welcher mich nach außen gegen die Stützmauer wie auf Schienen gezogen hat. Der Zylinderschutz war Gold wert, sonst wäre es vermutlich an dieser Stelle mit der Tour aus gewesen.
Nachdem dieser Schreck verdaut und es früher Nachmittag war, beschloss ich noch bis ans südliche Ende der Tour zu fahren, zum Viadukt von Millau (G-Maps).
Bei einem Stopp kurz vor der Brücke, konnte ich das gewaltige Bauwerk bestaunen.
Anschließend fuhr ich noch zu einem Aussichtspunkt, Plate-Forme d’Observation du Viaduc de Millau (G-Maps), von welchem man die Brücke in seiner kompletten Größe sehen kann.
Eine kleine Schottereinlage war auch dabei 🙂
Danach ging es wieder auf ein Hochplateau zum Chaos de Montpellier-le-Vieux (G-Maps), einer spannenden Felsformation.
Über Umwege erst hinunter ins Dourbie-Tal, wieder hinauf auf das Plateau ging es in die Jonteschlucht. Auch eine wunderbare Schlucht.
In Meyrueis habe ich im Logis Hôtel Rest. Family & Spa (G-Maps) Unterkunft gefunden. Auch hier konnte das Moped in einer Garage um die Ecke für 3.-€/Nacht untergestellt werden.
Essen ist super lecker und das Personal sehr freundlich dort.
Dieser Fahrtag hat voll geflasht, Kurven ohne Ende, wunderbare Aussichten, zufrieden, trotz des Missgeschickes.
Tourverlauf Tag 04
Tag 05
Voller Vorfreude bin ich am fünften Tag gestartet. Diese Freude hielt nur kurz, kaum bin ich los, zog es sich rasch zu und die Schleusen öffneten sich.
Zurück ans Hotel und gewartet bis das Gewitter vorbei war und wieder aufgesattelt.
Hätte besser mal einen Blick in die Wetterapp gemacht.
Kaum war ich 20km weiter, zog das nächste Gewitter heran.
Auf dem Mont Aigoual konnte ich kaum noch 50m weit sehen.
Langsam fuhr ich bis nach L’Espérou, dort öffneten sich die Schleusen erneut.
Unter einem Vordach von einem Hotel fand ich Unterschlupf, die Tropfen waren riesig und es schüttete wie verrückt.
Bei solchem Wetter macht es keinen Spaß. Nach 2-3 Stunden des Wartens, dass der Regen endlich wieder nachlässt, bin ich zurück zum Hotel in Meyrueis und habe wieder eingecheckt.
War sinnvoll, denn es schüttete immer wieder wie verrückt.
Tourverlauf Tag 05
Tag 06
Für heute war perfektes Mopedwetter angesagt und so habe ich die geplante Runde erneut gestartet. War gut so, denn nun war eine wunderbare Sicht vom Mont Aigoual (G-Maps) über die Cevennen.
Von dort ging es wieder über L’Espérou ins Tal nach Val-d’Aigoual.
Über Col de Bès und Col de l’Asclier ging es Richtung Col de St-Pierre. Diese Strecke über die D152 war eher ein Radweg und was zum krabbeln.
Die D260 die in die D9 übergeht hingegen ist ein Traum – eine Höhenstraße mit langgezogenen Kurven, wo man es richtig laufen lassen kann.
Kurz vor Florac wurden hier der Col de Soperiere, Col des Faïsses und Col du Rey mitgenommen. Das hat die Laune merklich gehoben.
Weiter über Col du Sapet nach Le Pont-de-Montvert,
von dort über Col de la Croix-de-Berthel
und diversen anderen wieder nach Villefort
um dann ein Seitental auf der D151 Richtung La Bastide-Puylaurent zu fahren. Da gab es ein paar nette Stellen, kann man sich aber auch schenken, da es wieder richtig krabbelig/wellig zugeht. Auf der parallel verlaufenden D906 ist es vermutlich besser zu fahren.
Am Col de Meyrand (G-Maps) gab es wieder eine tolle Aussicht über den Naturpark Ardeche.
Gegen 18:00 Uhr habe ich dann in Vals-les-Bains im Hôtel Restaurant Les Touristes (G-Maps) eingechecheckt. Auch hier gibt es gegenüber des Hotels eine Garage für die Quh. Essen war spitze und Zimmer sauber.
Tourverlauf Tag 06
Tag 07
Heute werde ich die Ardeche verlassen und übersetzen in den Vercors. Zuvor habe ich aber noch eine Schleife eingeplant. Sollte sich nicht als ideal herausstellen.
Zuerst ging es aber Col de Mézilhac (G-Maps). Ein Stückchen noch Richtung Lachamp-Raphaël, dort gab es ein wunderbares Panorama rüber zum Mont Gerbier.
Geier, ernährt sich sicherlich auch von unvorsichtigen Mopedfahrern.
Dann habe ich mich mit meiner Routenplanung vertan, dachte ich könnte noch ein wenig kleine Straßen fahren und ein paar Cols mitnehmen, aber das war eine übelste Kurverei. Für die paar KM habe ich ca. 2 Stunden gebraucht, bis ich endlich im Tal von Eyrieux war.
Dann ging es der Eyrieux folgend bis nach La Voulte-sur-Rhône, wo ich über die Rhône setzte. Hier drückte die Sonne wieder heftig.
Auf direktem Weg ging es nach Aouste-sur-Sye um dort in den Vercors zu starten.
Über den Col des Limouches, Col de la Bataille (G-Maps) ging es zum berühmten Col de la Machine (G-Maps).
Die Fahrt durch den Combe Laval (G-Maps) war mehr als beeindruckend – leider sehr kurz. Dachte diese Strecke sei etwas länger.
Über Pont-en Royans
ging es in die Bourneschlucht.
Dann war es Zeit für eine Unterkunft, welche ich unten bei Grenoble im Logis Des Trois Massifs (G-Maps) gefunden habe. Nicht die gewünschte Lage, aber für eine Nacht vollkommen in Ordnung.
Hier waren viele Durchreisende und das Personal war an diesem Abend etwas überfordert.
Tourverlauf Tag 07
Tag 08
Der nächste Tag führte mich über das Massiv Chartreuse.
Da Sonntag war, sind allerhand Radfahrer unterwegs und Ausflügler.
Nach dem Col de Porte-en-Chartreuse (G-Maps) beruhigte es sich allmählich wieder.
Bei Chambéry ging es wieder den Berg hinauf. Hier gab es noch einen Blick auf den Lac du Bourget.
Die Auffahrt zum Col du Grand Colombier (G-Maps) hat mega Spaß gemacht. Von dort oben konnte sogar der Mont Blanc über den Wolken gesichtet werden. Da gab es direkt etwas Sehnsucht nach Alpen 🙂
Nützt nix, geplant war, weiter Richtung Jura zu fahren.
Am Lac Genin (G-Maps) habe ich ein Päuschen gemacht, da konnte man es aushalten.
Die letzte Etappe ging dann zur Unterkunft Auberge Loisirs Le Sillet (G-Maps), wo wir schon letztes Jahr auf dem Rückweg von der RDGA eingekehrt sind.
Evilbock war nicht mehr da 🙁 dafür ein Puter und ein Ziegenbock.
Lustiges Erlebnis gab es auch noch. Am Morgen am Hotel in Grenoble noch zwei Multistrada Fahrer aus DE beim Packen gegrüßt . Und jetzt kurz vor Ankunft an der Auberge standen genau die zwei mitten im Gäu unter einem Baum und blickten verzweifelt in ihr Handy. Habe den Anker geworfen und Servus gesagt, die haben vielleicht dumm geguckt 🙂
Wie sich herausstellte, waren sie auch auf der Suche nach einer Unterkunft, habe sie dann mitgenommen und es war zum Glück noch ein Zimmer für die beiden frei.
Die waren erleichtert und einen netten Abend hatten wir dann auch noch.
Tourverlauf Tag 08
Tag 09
Letzter Tag.
Dem Schwalbennachwuchs noch Tschüss gesagt.
Der Rückweg ging weiter durch das franz. Jura am Château de Joux (G-Maps) vorbei
zum Fluss Doubs.
Diesem folgte ich bis in die Schweiz um dann Kurs auf Mühlhausen zu nehmen. Dort bin ich wieder auf die A35 und nachhause gebrettert.
Bei Colmar war witzigerweise die einzige Raststätte genau richtig, um dort im Kreisel die 50.000 KM auf dem Tacho in 4 Runden voll zu machen 🙂
Es war eine sehr fahrtechnisch intensive Zeit mit vielen Eindrücken.
Rund 2900km wurden in diesen 9 Tagen (eher 8, wegen dem Regentag) zurückgelegt.
Tourverlauf Tag 09
Höhenprofil Tour gesamt
Tourverlauf komplett.
Mir ist auch klar geworden, weshalb manche soviele KM/Tag fahren: wenn man alleine reist, hält man sich nicht sehr lange an irgendwelchen Aussichtspunkten auf und fährt meist von morgens bis abends. Das wäre ggf. etwas, woran ich arbeiten könnte, einfach entspannter unterwegs zu sein. Die Zeit war auf jedenfall mehr als ausreichend und ich hatte noch Puffer. Auch war es eine gute Erfahrung, mal alleine unterwegs zu sein. Ganz alleine ist man ja doch nicht, aufgrund der zufälligen Begegnungen. Dennoch freue ich mich, wenn das nächste Mal meine Frau wieder mitfährt und wir schöne Momente teilen können.
Weiteres Learning: nicht jedes Sträßchen, welches man so in G-Maps oder Basecamp sieht, ist unbedingt sinnvoll einzuplanen, nur weil es kurvig aussieht, kann dadurch mühsam werden. Zudem ist nicht alles was als “Col” bezeichnet wird auch fahrenswert, anscheinend ist in FR jeder Ameisenhügel ein Col 😉
Aber alles in allem war es super, vor allem äußerst wenig Verkehr. Oft war ich kilometerlang komplett alleine auf der Straße – so muss das sein!















































































































































































































