Sardinien 2025

Die September Tour sollte in diesem Jahr nach Sardinien gehen.

Prolog

Im GS-Forum wird oft geschwärmt von den kurvenreichen Strecken auf Sardinien. Davon wollten wir uns vor Ort überzeugen. Google Maps studiert, POIs und Tipps im GS-Forum gesammelt und eine Tour ausgearbeitet.

Die Anfahrt sollte großteils über die Autobahn führen und vor Genua durch die Berge. Anschließend mit der Nachtfähre übersetzen nach Olbia auf Sardinien. In der Schweiz sollte als Auflockerung der Autobahnfahrt auf dem Hinweg der Grimselpass und auf dem Rückweg den Großen Sankt Bernhard Pass dienen.

Tour Überblick

Geplante Routen in der Gesamtansicht

Geplante Routen auf Sardinien.

Die Vorbereitungen liefen gut. Als Fähre wurde Mobyline gebucht. Eine Woche vor Abreise wurde gepackt, die Q frisch besohlt, dieses Mal bei meinem BMW Händler (sicher ist sicher) und die letzten Vorbereitungen getroffen.

Habe ich schon mal erwähnt, dass wir nie in den Urlaub kommen ohne dass vorher etwas passiert?
In diesem Fall nicht mir persönlich, aber in der Verwandtschaft gab es einen Todesfall und die Beerdigung war einen Tag vor Abreise 🙁. Da kommt so richtig Urlaubsstimmung auf </Ironie aus>.

06.09.25 Tag 01

Anfahrt, viel Autobahn A35 im Elsaß, A2 in der Schweiz bis nach Luzern.

Dann Richtung Innertkirchen

und hoch hinauf zum Grimselpass.

Totensee am Grimselpass bei strahlendem Sonnenschein.

Blick Abfahrt Grimselpass nach Gletsch, Richtung Furkapass.

Auf der anderen Seite ging es hinunter nach Brig-Glis. Das Tal ist ziemlich langweilig zu fahren, insbesondere, wenn andere Verkehrsteilnehmer nicht einmal die erlaubten 80km/h fahren.

Bei Brig-Glis ging es dann hinauf zum Simplonpass. Dieser Pass ist fahrerisch nicht herausfordernd, aber nützlich, um nach Italien zu kommen und ich konnten ihn auf meiner Pässe-Liste abhaken.

Bei Varzo in Italien haben wir dann eine Unterkunft gesucht. War nicht so einfach, da es Samstag war und wir zu spät angefangen haben zu suchen.

In einem Seitental auf dem Berg im Örtchen San Domenico wurden wir fündig: „Monoloc. Bosco delle Fate“

Oben angekommen, habe ich mich gefragt wo der Schlüssel zum Apartment abgeholt werden muss. Nochmals in Booking nachgelesen und dort stand weiter unten die Info, dass der Schlüssel in Varzo abgeholt werden muss. Oh nein! Also wieder runter, Schlüssel geholt und wieder rauf. Waren dann noch 33km extra. 

Nebenan gab es im Ristorante Diei (G-Maps) lecker Pizza und Bier zum Abschluss.

Ferienwohnung ist so lala, definitiv zu teuer für eine Nacht. Nur ein klappriges Schlafsofa als Bett. Zu allem Überfluss ist der Putz im Treppenhaus von der Decke gefallen, kurz nachdem wir unten drunter durchgelaufen sind.

Lapidare Antwort der Vermietern: „es sei geplant, das zu renovieren aber sie würde keine Handwerker bekommen“. Danke auch.

Zurückgelegte Strecke: 598km

07.09.25 Tag 02

Die Nacht war ziemlich unruhig, schlecht geschlafen. Am nächsten Morgen haben wir uns Bruzzelkaffee gemacht und Teigteilchen gefrühstückt. Schnell gepackt und losgefahren Richtung Genua.

Die A26 bis Ovada, danach noch durch die Berge über den Colle di Praglia bis Genua. Tolle kurvige Straße, schöne Ausblicke.

Valico degli Eremiti

Das Mittelmeer ist in Sicht.

Blick auf Genua.

In Genua wurde es spannend. Natürlich die Einfahrt zum Hafen nicht direkt gefunden da an der Ausfahrt kein Schild mit dem Namen “Traghetti” stand und dadurch kam es zu einer Ehrenrunde durch den Moloch von Genua. Beim zweiten Mal hat es geklappt.

Eingecheckt und am Gate 6 die Q stehen lassen. In die dortige Shopping Mall (Achtung: Boardkarte und Ausweis nicht vergessen), getrunken und gegessen und noch was für auf’s Schiff geholt.

Am Hafen noch einen netten Biker mit seiner Africa Twin kennengelernt und uns gut unterhalten. Die Wartezeit war lang, es hieß um 19:00 könnten wir aufs Schiff (Mobyline). Dieses kam aber erst sehr spät, ca. 21:00, so dass es erst um 22:00, statt 21:30 losging.

Endlich fährt unser Schiff ein.

Aber zuerst müssen die Ankommenden heraus.

Voll die Hektik beim Boarden. Das Personal war ziemlich genervt und hat herum geschrieen. Hammer krass fand ich, dass das Schiff keinerlei Spanngurte zur Verfügung stellt. Stattdessen musste die Motorräder an der Bordwand entlang aufgestellt werden und mit einem läppischen kleinen Strick festgemacht werden. So etwas habe ich weder in Norwegen, Schottland, Irland noch nach England erlebt.

Mit einem unguten Gefühl im Bauch ging es auf die Kabine, welche, wie soll es auch anders sein, am anderen Ende des Schiffes war. Das Meer blieb zum Glück ruhig.

Zurückgelegte Strecke: 305km

08.09.25 Tag 03

Die Nacht wieder sehr unruhig verbracht. Um 07:00 kam die Durchsage fertig machen und die Kabine verlassen. Ziemlich unfreundlich das Ganze, dabei war noch ewig Zeit bis zur Ankunft. Haben uns mit dem Wasserkocher erstmal Bruzzelkaffee gemacht und sind auf das Oberdeck gemütlich Kaffee trinken und Dampfen. Zurück in der Kabine gab es direkt einen Rüffel, weshalb wir noch nicht draußen waren. Unglaublich.

Um 09:30 ging es endlich runter vom Schiff. Sonnenschein und schon 27°C.

Route geladen und raus aus dem Hafengebiet. Hinter Olbia ging der Kurvenspaß direkt los.

SS389, SP50 – Kurvenswing

Immer wieder herrliche Aussichten.

Auch hier gibt es nette Kühe.

Dies wird nun das tägliche Dauerbild 😀 eine Kurve jagt die andere.

Malerische Örtchen an den Berghängen.

Traumhaftes Kurvenkarusell.

Torre di San Giovanni

Anschließend ging es die SP3 über den Monte Alba bis zum Örtchen Bitti. 

Die Strecke ist klasse, da sie sich oben am Berg entlangschlängelt.

Das Örtchen Bitti und oben links das Hotel.

Tolles Hotel, Su Lithu (G-Maps) mit Blick auf den Ort Bitti, inkl. Pool. 

Blick von unserem kleinen Zimmerbalkon. Im Hintergrund sieht man den Monte Alba.

Beim Katzennachwuchs sind alle Farben dabei.

Den ersten Abend auf Sardinien haben wir mit gutem Essen und Bier ausklingen lassen.

Zurückgelegte Strecke: 224km

09.09.25 Tag 04

Nach einem leckeren Frühstück in Bitti losgefahren. Es war direkt sehr schwül, um 11:00 schon 30°C .

Auf der SS389 weiter Kurven geschwungen. So arg das es einem flau im Magen wurde.

Leider kurze Zeit später ein unschönes Erlebnis: eine 4er Gruppe Österreichischer Motorradfahrer hat uns überholt, als ich für ein Foto anhielt. Ein paar Kurven später lag einer komplett zerlegt im Straßengraben. Wohl vor lauter Euphorie eine scheiß Linie gefahren und am entgegenkommenden Müllwagen hängen geblieben. Zum Glück ist ihm nix schlimmes passiert. Bike war aber kaputt. Schade wenn so ein Urlaub startet bzw. gleich wieder endet. 

Weiter ging es über Nuoro, Oliena, Cala Gonone, Minipass Passo Littu. Danach auf die SS125, eine absolute Traumstrecke. Tolle Kurven, guter Belag, mega Panorama.

Strasse über den Passo Littu.

Wundervolle SS125 – hier gibt es Kurven satt. Das schöne: es war fast kein Verkehr! 🙂

Die sardische Flagge.

Blick auf Baunei.

Durch Baunei,

Blick zurück nach Baunei.

Über Lotzorai zum Hotel Sant’Efisio (G-Maps). Die Zimmer sind in Vierseitenhofbauweise angelegt. Sehr schön und ruhig gelegen.

Bei Ankunft kam ein heftiges Gewitter an, welches uns seit Baunei im Nacken hing. Klar, wir sind einmal auf Sardinien und genau dann regnet es 😉 in diesem Fall war es ein Segen, nach dem heißen Tag. Die Motorräder konnten unter einem Solar-Carport untergestellt werden.

Eingang zum Hotel.

Abendessen war ein “Candlelight Dinner”, da die andere Motorradgruppe auswärts essen gegangen ist und wir alleine waren. Essen war tip top, der Durst wurde natürlich mit Ichnusa gelöscht. M.E. das beste Bier, welches ich bis jetzt getrunken habe.

An der Tür zu unserem Zimmer saß ein kleiner Tyrrhenischer Laubfrosch, welcher auf Sardinien beheimatet ist. Er ist eng mit dem europäischen Laubfrosch verwandt. Musste ich auch erst googlen 🙂

Die Nacht war nicht so prickelnd, Matratze zu hart. Zudem hat es die ganze Nacht durchgeregnet.

Zurückgelegte Strecke: 194km

10.09.25 Tag 05

Es regnete am nächsten Morgen noch immer –  laut Besitzer hat es 4 Monate lang nicht geregnet, aber klar wir sind jetzt da… Vielleicht sollte ich das als Geschäftsmodell machen: wo wir hinfahren, kommt der Regen 😉

Tolles Frühstück mit sardischen Schinken, Salami, Ziegen- & Schafskäse, sowie Ei im sardischen Hartweizenbrot (Fladen).

Um 10:00Uhr ließ der Regen nach und es ging los zurück in den Kurvenreigen. 

„Schinkenmonument“ :D, im Hintergrund der Ort Talana.

Wundervoller Ausblick zurück Richtung Mittelmeer.

Meine weltbeste Sozia wartet geduldig ^^, bis ich mit den Bilder machen fertig bin.

Hinter der Ortschaft Talana ist eines der berühmten Fotomotive Sardiniens

Weiter über Villagrande Strisaili, da kam wieder fett Regen.

Überall laufen Kühe und Wutze frei herum, so muss man immer den Straßenrand im Blick haben, nicht das plötzlich die Viecher auf die Straße laufen.

Angst muss man keine haben, die machen das wirklich gut und wenn man langsam auf sie zufährt, gehen sie an die rechte Seite.

*quiiek*

Herrlicher Straßenverlauf :mrgreen:

Danach ging es nach Arbatax, um den markanten roten Felsen, Rocce Rosse, zu besichtigen – da war es dann erst mal Trocken.

Auf dem Weg zum roten Felsen sind wir durch ein Industriegebiet gekommen, wo u.a. Yachten gebaut werden.

Rocce Rosse in Arbatax

 Dann kam wieder Regen. 

Mittagsvesper am Spar in Arbatax bis Regen vorbei war. 

Anschließend zurück Richtung Berge Passo di Correboi, Passo Caravai, Ort Fonni, SP7 megalang und kurvig über den dortigen Passo di Tascusi.

 

Sogar den Aufkleber von reiseQ, mein Arbeitskollege, welcher im Vorjahr dort war, gefunden.

Auf der Strecke war der reinste Freiluftzoo: Kühe, Ziegen, Schafe und Wutze.

Durch tolle Dörfer gefahren: wie Desulo, Aritzo, Gadoni, Seulo

In einem Ort konnten wir bei einer Pause beobachten, wie der lokale Metzger beliefert wurde.

 Dabei wurde meine Q von einer „Flohschleuder“ (im wahrsten Sinne des Wortes) bewacht.

Max. Höhe 1307m und um die 20°C in den Bergen, dass war sehr angenehm, meine Lieblingstemperatur beim Motorradfahren.

Bei Seulo sind wir im Hotel Miramonti (G-Maps) eingekehrt. Die Inhaber haben uns freundlich empfangen und das Abendessen war super lecker. Natürlich mit Ichnusa Grande.

Dickes Gewitter und Sturzregen ab 19:00Uhr.

Zurückgelegte Strecke: 218km 

11.09.25 Tag 06

Der Morgen startet freundlich und für hiesige Verhältnisse kühl.

Es gab lecker Frühstück.

Um 09:45 wurde die Q gestartet und ab in das Kurvengetümmel 🙂 .

Von Seulo > Esterzili> Ussassai >SS198 Lanusai > Loceri > Cardedu > Jerzu > SP13 Perdasdefogu > SP53, SS198 Mandas.

Pinienwald zwischen Esterzili und Ussassai

Dicke Zapfen.

Geisterstadt bei Gairo

Ulassai

Blick über die tollen Kehren der SP11 nach Ulassai.

Tolle Weitblicke und Kurven bis zum Abwinken, unglaublich.

Monte Corongiu bei Jerzu.

Radarstation auf dem Monte Codi

Wichtiges Schild 😀

Lago Basso del Flumendosa

Es wurde wieder sehr warm mit über 30°C. Um 16:30Uhr haben wir aufgehört zu fahren und Unterkunft in einem Agriturismo bei Mandas gefunden: Agriturismo con Camere Le Vigne Ducali Ristorante (G-Maps).

Tolles geräumiges Zimmer, im hauseigenen Pool war Abkühlung angesagt.

Das Abendessen bestand wieder aus einigen Gängen mit lokalen sardischen Spezialitäten, war sehr gut und am Ende nicht zu schaffen.

Zurückgelegte Strecke: 218km

Max Höhe an diesem Tag 1110m.

12.09.25 Tag 07

Der Morgen startet wieder sonnig.

Nach einem super sardischen Frühstück begannen wir unser täglich “Kurven unser” 🙃

Mandas > Villanova Tulo > Santa Sofia (SP52) > Laconi (SS128 schön kurvig)> Orroli (SP10) > Goni (SP23) > Senorbi > Villasalto (SS387,  SP27)> Muravera (SS125)

Zwischendurch gab es tatsächlich gerade Abschnitte auf der Hochebene (SP52).

Schattiges Plätzchen für eine Pause.

Ansonsten war wieder Kurvenrausch angesagt. Achterbahn im Europa Park ist einfach nur Kindergarten.

Es wurde wieder sehr warm, in einem Tal, Valle Flumendosa, 33°C teilweise 36°C.

Das Sardinia Radio Telescope besucht.

Bei Muravera haben wir uns eine Unterkunft gesucht, Hotel Il Falconiere (G-Maps). Zuvor waren wir noch ein wenig am Strand, Spiaggia di San Giovanni (G-Maps), auf das Meer schauen.

Blick von der Unterkunft

Mit leckerem Stiefelbier.

Später sind wir noch einmal zum Strand um die Atmosphäre im Sonnenuntergang zu genießen.

Im Anschluss zu einer Pizzeria, Ristorante Torre Salinas (G-Maps). Nach der gestrigen Völlerei sollte es heute etwas weniger sein. Weit gefehlt, die Pizza war riesig, irgendwas zwischen 40-50cm. Puh, gerade so geschafft. Aber auch sehr lecker.

Zurückgelegte Strecke: 217km 

13.09.25 Tag 08

Morgen startet sonnig, es sind direkt 28°C *schwitz*.

Nach einem guten Frühstück inkl. Unterhaltung mit einem Bamberger, der in Neuwied lebt und auch mit der Q unterwegs ist, ging es um 10:00Uhr los von Ost nach West.

SS125 durch Schlucht und Berge über den Passo Arcu ‚e Tidu, Richtung Cagliari.

Den Moloch Cagliari umfahren am frühen Mittag.

Die SP1 nach Santadi genommen. Schöne, gut zu fahrende Schotterstraße durch die dortigen Berge.

Hier wurde die Q artgerecht bewegt. 

Mittlerweile waren es zwischen 31-32°C

Puh, ziemlich heiß in der Stadlerkombi, trotz der vielen Lüftungsmöglichkeiten.

Pause an einer schattigen Stelle.

Später noch die SP83 an der Küste lang zwischen Fontanamare und Portixxedu. Sehr schön aber an diesem Tag eine warme Angelegenheit.

Zwischen Fluminimaggiore und Lago Corsi die SS126 zum Abschluss des Tages einmal hin und zurück über den Passo Arcu Genna Bogai schwindelig gefahren. Durch die Berge war es hier großteils schattig und „nur“ 27°C.

Im Lago Corsi war kein Wasser mehr.

Stattdessen waren Schafe auf dem Seebett unterwegs.

In einem Agriturismo, Ostello Ristorante Su Mannau (G-Maps), in einem Seitental an der SS126 eingekehrt. Platt.

Stärkung am Abend.

Das finde ich auf Sardinien auch klasse: Abends kommen überall die Geckos heraus und machen Jagd auf allerlei Insekten.

Zurückgelegte Strecke: 247km

14.09.25 Tag 09

Bei Fluminimaggiore um 09:45Uhr gestartet. Im Seitental noch angenehme 21°C.

Kurz Zeit später dann 28°C und den Rest des Tages um die 32°C. Echt heftig, wenn man in der Motorradkombi fährt.

Passo Bidderdi > Arbus > Passo Genna e Frongia

an der alten Miene Miniera di Montevecchio vorbei

Kurven satt auf der SP4 welche bis ans Meer führt ( leider keine Bilder da hier mühsam WoMos überholt wurden).

Auf der einspurigen Brücke Ponte Marceddi bei Marceddi eine Bucht überquert.

Danach ins Inland, SS442 Ales

Nuraghe Mura (Steinhaufen aus der Bronzezeit, gibt es überall auf der Insel)

SP38 Samugheo > SP33 Allai> SS388 Busachi> SP32

Es war brütend heiß und wir freuten uns über ein schattiges Plätzchen unter einem großen Baum. Dort suchte ich dann nach einer Unterkunft, da so viele Kurven plus Hitze doch ganz schön auf die Kondition schlägt.

SP11 Ula Tirso, hier sind wir in einem Agriturismo, Sa Tanchitta (G-Maps) eingekehrt.

Sehr nett empfangen worden, Zimmer in einem kleinen Bungalow 👍 

Oberleckeres sardischen Dinner am Abend, mit Hauswein, so dass wir uns fast gekugelt haben.

Zurückgelegte Strecke: 190km

15.09.25 Tag 10

Bruzzelkaffee nach dem Aufstehen im Wasserkocher zubereitet und den kühlen Morgen genossen.

Leider nahm der Morgen eine ungeahnte Wendung 🙁 .

Von der Bank vor dem Bungalow aufgestanden und wollte zu meiner Q, um die tägliche Sichtprüfung zu machen. Irgendwie bin ich beim Schritt von der Veranda unglücklich aufgetreten und gestürzt. Mein rechter Unterarm hat zu allem Überfluss ein Stück Armierungseisen gefunden 😯 . Böse Wunde zugezogen. Nach einer Erstversorgung haben die Besitzer meine Frau und mich dann in das nächstgelegene Krankenhaus gefahren, wo die Wunde (4cm und ziemlich tief) professionell gereinigt und auch genäht wurde. Ich hatte Glück, dass keine Gefäße, Nerven oder Sehnen verletzt wurden.

Jetzt ist leider Schluss mit lustiger Moppedtour 🙁 ich bin total unne deswegen. 

Hoffentlich heilt es gut, dass wir in drei Tagen abreisen können, denn da startet die gebuchte Fähre von Olbia zurück nach Genua.
Für mich war es keine Option die Q vom ADAC abholen lassen, da sie unfallfrei ist. Habe ich nämlich schon einmal erlebt mit der MT-01. Die war danach noch mehr kaputt als zuvor. Da würde ich die Q lieber unterstellen und mit dem Auto und Hänger nochmals hinfahren und holen. Den ADAC würde ich nur im absoluten Notfall einschalten.

Zum Glück können wir in der Unterkunft bleiben. Nicht der Traum, da es nur für eine Nacht sein sollte, aber besser als nix.

Fahren bei der Hitze mit dieser Wunde unter Schmerzen ist keine Option.

Abends gab es wieder volles Menü, leider kein Hauswein für mich aufgrund der Antibiotika und IBUs.

 

16.09.25 Tag 11

Nacht war ok, IBUs haben geholfen.

Nach dem Frühstück war Verbandswechsel angesagt inkl. Desinfektion mit Betaisodona. Die Wunde sieht “gut” aus, nichts entzündet.

Es wurde wieder sehr heiß. Zum Glück gibt es eine Klimaanlage im Bungalow.

So hieß es Zeit totschlagen. Damit es nicht ganz sinnlos ist, den Reisebericht angefangen zu schreiben.

Da bieten sogar kleine Mistkäfer etwas Abwechslung.

17.09.25 Tag 12

Heute den Tag ganz gut rumbekommen. Kleiner Spaziergang. Esel und Ziegen besucht. Zur Mittagshitze ein Nickerchen. Später ist noch eine kleine Herde ausgebüxter Schafe vor unserer Hütte vorbeigegrast.

Verbandswechsel gemacht, die Wunde sieht den Umständen entsprechend gut aus.

Morgen können wir bis Nachmittags, wenn wir nach Olbia fahren, bleiben. Sehr nett.

18.09.25 Tag 13

Heute Nachmittag um 15:30 Richtung Olbia gestartet. Tut das gut, endlich wieder auf der Q zu sitzen.

Direkter Weg über die SS131 genommen, damit ich mit Hilfe des Tempomat den Arm entlasten konnte.

Es war richtig heiß heute. Zwischendurch sogar 36°C.

Am Spätnachmittag würde es mit 28°C kühler und somit erträglicher.

Zum Glück mussten wir nicht lange warten und waren um 19:30 an Bord.

Wieder gab es nur einen Strick um die Q fest zu machen. Also Mobyline ist echt fertig…

Wenigstens gab es zum Abschied von Sardinien einen schönen Sonnenuntergang.

Zurückgelegte Strecke: 165km

19.09.25 Tag 14

Der Morgen startete wieder hektisch bei Mobyline – echt, die könnten einfach früher wecken. Das nächste Mal stelle ich mir einen Wecker auf 05:00Uhr, um in Ruhe noch nen Kaffee trinken zu können.

Ankunft in Genua.

Das Entladen war auch wieder chaotisch. Ehrlich gesagt, so haben wir das auf den Fähren im Norden der EU nicht erlebt.
Dann hieß es Route laden Richtung nach Hause. Aufgrund der Verletzung am Arm war nur die Autobahn angesagt mit vielen kleinen Pausen. Der Tempomat war definitiv ein Segen.

Die Fahrt verlief gut bis kurz vor dem Gotthard Pass. Bei einer Pause prüfte ich den Verkehrssituation und sah, dass sich ein Unfall im Tunnel ereignet hatte. So ein Pech, da ich ausnahmsweise durch den Tunnel rollen wollte. In diesem Fall sind wir runter von der A2 und über den Gotthard Pass gefahren. War mit dem Arm dann doch anstrengender als gedacht. 

In der Galerie der Gotthard Passstrasse war eine Ampel und so konnten wir die Tremola aus einer anderen Perspektive betrachten.

Entsetzt habe ich festgestellt, dass noch nicht einmal der Gotthard Pass von den hässlichen Windmühlen verschont bleibt. Schlimm ist das.

Hinter dem Gotthard in Andermatt wieder eine Pause eingelegt, so richtig gut ging es nun nicht mehr. Daher haben wir beschlossen eine Unterkunft zu suchen, damit ich mich ausruhen konnte. In Altdorf wurden wir fündig und so kehrten wir ins Hotel Höfli (G-Maps) ein. Da habe ich mich erst einmal abgelegt und etwas geschlafen. Abends sind wir dann noch in die Altstadt in einer Pizzeria Essen gegangen.

Zurückgelegte Strecke: 363km

20.09.25 Tag 15

Letzter Fahrtag und endgültige Heimreise.

Nach einem guten Frühstück gepackt, die Q gesattelt und wieder auf die Autobahn.

Bei Basel gab es noch einmal ein längeres Stop & Go aufgrund einer Baustelle. Anschließend ging es über die A35 im Elsaß Richtung Heimat.

Aber auch hier war eine große Bausstelle auf der A65 mit Stau, so dass wir ein Stück Richtung Karlsruhe sind, um dann auf die B9 Richtung Speyer abzubiegen.

Ich war froh, dass ich meine Frau und Q trotz der Verletzung gut nach Hause bekommen habe.

Zurückgelegte Strecke: 425km

Epilog

Sardinien ist wirklich ein Motorradparadies, eine Kurve reiht sich an die andere. Hier kann man sich schwindelig fahren. Ich finde es erstaunlich, wie viele Kilometer man auf dieser kleinen Insel zurücklegen kann, welche gerade mal 270km von Nord-Süd lang und ca. 145km von Ost-West breit ist. Zwischendurch haben wir wirklich gedacht, hier hat sich ein Straßenbauer mal so richtig ausgetobt, bei der Menge an kleinen Straßen 😉

Bei der Planung sollte man beachten, dass aufgrund der vielen Kurven und kleinen Straßen nicht mit allzu großen Tagesetappen kalkuliert wird, denn die Durchschnittsgeschwindigkeit wird sich aufgrund der Staßenführung bei ca. 50-60km/h einpendeln. Dadurch sind +/- 200km/Tag gut machbar und man hat genügend Zeit hier und da Stopps einzulegen und die Landschaft auf sich wirken lassen ohne das es in Stress ausartet.

Gefallen hat uns die lokale Gastronomie mit vielen sardischen Spezialitäten, als auch die Freundlichkeit der Einheimischen. Nirgends gab es Probleme.
Nur die Angestellten bei Mobyline waren unwirsch. Das nächste Mal werden wir eine andere Fährlinie ausprobieren und vor allem wenigstens einen Gurt zur Sicherung des Motorrads mitnehmen. Da sind die Fähren in den nördlichen europäischen Gefilden besser ausgestattet.

Zudem scheint mir Sardinien im September noch zu warm, bei bis zu teilweise 36°C ist es in der Stadlerkombi, trotz der ganzen Lüftungsmöglichkeiten, einfach unangenehm heiß.  Oktober ist sicherlich eine bessere Zeit für eine Tour. Gut, Nachteil ist, dass die Alpen wiederum schon wieder ziemlich kalt sein können.
Eigentlich müsste man noch eine Mesh-Kombi mitnehmen aber das lässt der Platz auf dem Motorrad leider nicht zu.

Definitiv werden wir Sardinien noch einmal besuchen, dann aber ohne böse Verletzungen, um zum einen den nördlichen Teil der Reise fertig zu fahren und zum anderen ein paar geniale Strecken, wie der SS389, nochmals zu fahren. Vielleicht dann noch in Kombination mit Korsika, dass wäre optimal.

Daten und Fakten

Insgesamt haben wir auf dieser Tour inkl. Fähren 4145km zurückgelegt.

Track gesamt

Sardinien Gesamt-Track im Detail

Höhenprofil

Reifen

Die Heidenau K60 Scout boten guten Grip. Bei dem Belag auf Sardinien konnte man aber gut sehen wie täglich das Gummi weniger wurde. Wenn man hier sportlich fährt, lässt sich sicherlich in Nullkommanix ein Satz wegfräsen.

Ausgaben

  • Sprit: 328.-€
  • Fähre: 565,86€
  • Übernachtungen: 1337,14€
  • Verpflegung: 300,32
  • Sonstiges (E-Vignette etc.): 106,82
  • Gesamt: 2638,04€

Nützliche Links

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